Urolithin A ist ein Nahrungsergänzungsmittel, über das in der Longevity-Szene zunehmend gesprochen wird. Es gab mehrere vielversprechende Humanstudien, weitere sind im Gange und werden bald berichten. Hier ist eine Zusammenfassung dieser Studien:
1. Die ATLAS-Studie (Muskelkraft & Ausdauer bei Erwachsenen mittleren Alters)
Veröffentlicht im Jahr 2022 in der Zeitschrift Cell Reports Medicine, ist dies die ursprüngliche hochkarätige Studie. Sie untersuchte die Auswirkungen von Urolithin A auf gesunde, aber übergewichtige Erwachsene mittleren Alters (40-65 Jahre), die nicht regelmäßig Sport trieben.
- Das Design: Die Teilnehmer erhielten vier Monate lang entweder 500 mg oder 1.000 mg UA täglich oder ein Placebo.
- Die Ergebnisse: Ohne ihre Ernährung oder ihre Bewegungsgewohnheiten zu ändern, zeigte die Gruppe, die 1.000 mg UA einnahm, eine 10-12%ige Zunahme der Muskelkraft (insbesondere in den Oberschenkeln). Sie verbesserten auch ihre aerobe Ausdauer und gingen bei einem 6-Minuten-Gehtest 33 Meter weiter als die Placebo-Gruppe.
- Entzündungen: Die Studie fand auch eine signifikante Reduktion von Entzündungsbiomarkern, einschließlich des C-reaktiven Proteins (CRP), was darauf hindeutet, dass die Beseitigung beschädigter Mitochondrien systemische Entzündungen reduzierte.
2. Die Studie zur Muskelausdauer bei älteren Erwachsenen
Ebenfalls 2022 (in JAMA Network Open) veröffentlicht, konzentrierte sich diese Studie auf eine ältere Demografie – Erwachsene im Alter von 65 bis 90 Jahren.
- Das Design: Die Teilnehmer nahmen vier Monate lang täglich 1.000 mg Urolithin A ein.
- Die Ergebnisse: Obwohl sie nicht die gleichen dramatischen Zunahmen der maximalen Muskel kraft wie die Gruppe mittleren Alters zeigte, verbesserte sie die Muskel ausdauer signifikant. Teilnehmer, die UA einnahmen, zeigten eine verbesserte mitochondriale Effizienz in ihren Skelettmuskeln, wodurch ihre Muskeln Ermüdung während des Trainings länger widerstehen konnten.
3. Die Studie zur Immunalterung (Bekämpfung des Immundefizits)
Über das Muskelgewebe hinaus untersuchte diese Studie die „Muskel-Immun-Achse“. Mit zunehmendem Alter verlieren unsere Immunzellen, insbesondere T-Zellen, ihre mitochondriale Effizienz und werden erschöpft, was zu einem schwächeren Immunsystem führt.
- Das Design: In dieser randomisierten, placebokontrollierten Studie erhielten 50 gesunde Erwachsene mittleren Alters vier Wochen lang täglich 1.000 mg Urolithin A.
- Die Ergebnisse: Kürzlich veröffentlicht, zeigte diese Studie, dass UA das Immunsystem im Wesentlichen verjüngte. Es erweiterte den Pool der „naiven“ CD8+-T-Zellen (jugendliche Immunzellen, die bereit sind, neue Infektionen zu bekämpfen) und reduzierte die Anzahl der terminal erschöpften Immunzellen. Dies geschah durch die Steigerung der Fettsäureoxidationskapazität – der Energieproduktion – innerhalb der Immunzellen selbst.
4. Bevorstehende/laufende Studien (ATLAS 2)
Die ATLAS 2-Studie (voraussichtlicher Abschluss Ende 2026). Dies ist eine bestätigende, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, die darauf abzielt, die Auswirkungen des Urolithin-A-Ergänzungsmittels auf Muskelkraft und -leistung bei gesunden Erwachsenen mittleren Alters weiter zu validieren.
Die These in diesen Studien ist, dass das Altern weitgehend durch mitochondriale Dysfunktion verursacht wird. Durch die Verwendung von Urolithin A zur Stimulierung der Mitophagie (die Beseitigung abgestorbener und beschädigter Mitochondrien) kann die Funktion stark energieabhängiger Gewebe, hauptsächlich Skelettmuskeln und Immunzellen, verbessert werden.
5. Studie der University of Oklahoma: Blutfluss und Adipositas
Diese Studie untersucht, wie Urolithin A das Gefäßsystem schützen und möglicherweise das Risiko eines kognitiven Rückgangs bei übergewichtigen Erwachsenen mittleren Alters verringern könnte.
- Studien-ID: NCT05921266 (Aktualisiert Juni 2025 und Bericht in 9 Monaten)
- Ort/Sponsor: University of Oklahoma
- Das Ziel: Zu bestimmen, ob die Supplementierung mit Urolithin A die endotheliale Funktion (die Gesundheit der Blutgefäßwände) und die zerebrovaskuläre Funktion (Blutfluss zum Gehirn) verbessert. Die zugrunde liegende Theorie ist, dass die Beseitigung beschädigter Mitochondrien die Stickoxidverfügbarkeit verbessern kann, wodurch sich die Blutgefäße effizienter erweitern können.
- Wer nimmt teil: Erwachsene mittleren Alters (40-64 Jahre), die als fettleibig eingestuft sind (BMI ≥ 30).
- Was gemessen wird: Die Teilnehmer nehmen 4 Wochen lang täglich UA ein. Die Forscher messen Veränderungen des Blutflusses an der Handoberfläche, die reaktive Hyperämie (wie gut sich die Blutgefäße nach einer Einschränkung öffnen) und den homöostatischen zerebralen Blutfluss.






